Freiherr - vom - Stein - Gesamtschule Gladenbach

Projekt Tanzania

Unterrichtsprojekt in Verbindung mit einer Erkundungsreise nach Moshi/Tanzania und einer Schüler / Lehrer / Elternbegegnung an der Partnerschule "Kisomachi Secondary School"


(Herr S. Seyler, Gladenbach)

Namen der teilnehmenden Schulen

Hintergrund
Seit einem Jahr unterhält die Europaschule Gladenbach, insbesondere der Verein der Freunde, Förderer und Ehemaligen Kontakte zur Kisomachi Secondary School.

Kisomachi Secondary School ist eine nichtstaatliche Selbsthilfeschule, die seit 10 Jahren von (armen) Kaffeebauern der Kilimandscharo-Region aufgebaut und zur Zeit als koedukative Tagesschule für 400 Schülerinnen und Schüler (60% Mädchen) bis zur Klasse 11 betrieben wird. Sekundarstufenschulen in Tansania sind überwiegend nichtstaatliche Selbsthilfeeinrichtungen, die aus dem Schulgeld der Eltern, der Selbsthilfe (z.B. beim Bau von Schulgebäuden) und aus Spenden finanziert werden. (Tansania kann den Bedarf an Sekundarstufenschulen nicht decken). Träger der Schule ist ein im wesentlichen aus Eltern- und Kommunalvertretern zusammengesetzter "School Board", der zusammen mit der Schulleitung die Schule verwaltet.

Seit April 1994 unterstützt die Europaschule ihre Partnerschule in einem gemeinsamen Projekt, das den Bau von 4 Lehrerwohnungen umfaßt und zu dem wir Hilfe zur Selbsthilfe in finanzieller Form aus Spenden der Schulgemeinde, aber auch öffentlichen Mitteln leisten.

Für 1995/96 ist ein weiteres Entwicklungsprojekt Bau von Schlafplätzen etc. vorgesehen, für das bereits eifrig Spenden gesammelt werden, z.B. durch Klassenbasare. Über diesen Aspekt der Hilfe zur Selbsthilfe hinaus gibt es zwischen einzelnen Schülerinnen und Schülern Briefpartnerschaften. Ferner sind in Zukunft auch gemeinsame Unterrichtsvorhabengeplant, z.B. ein geographisch-wetterkundliches Vorhaben, das über die jeweiligen geographischen und klimatischen Bedingungen in Hessen und in Tansania informiert.

Ziele:
Wenn es richtig ist, daß der Zusammenprall der Zivilisationen, der Kulturen die Weltpolitik künftig beherrschen wird (Samuel P. Huntington in "Zeit" Nr. 33 vom 13.08.1993), dann wird es in Europa unabdingbar sein, ein tieferes Verständnis für die Grundlagen anderer Kulturen zu entwickeln. Da Konflikte zwischen verschiedenen Zivilisationen überdies zunehmend den westeuropäischen Alltag prägen, wird auch unabhängig von dieser These deutlich, daß interkulturelles Lernen zu den vordringlichen Aufgaben der Schule zählt.

Am Beispiel Tansanias kann exemplarisch ein Einblick in die vielfältige Realität und Kultur afrikanischer Länder gewonnen werden. Kennenlernen wirtschaftlicher, sozialer, politischer und kultureller Verhältnisse - auch als Ergebnis der Geschichte der Beziehungen zwischen Nord und Süd - sind Voraussetzungen für Verstehen und Zusammenleben in unserer Welt.

Unterrichtsprojekt:
Am Beispiel Tansanias werden die Probleme der 3. Welt bearbeitet. Dies geschieht z.B. im Fach Gemeinschaftskunde im 1. Halbjahr der 13. Klasse. Aus diesem Jahrgang sollen auch die teilnehmenden Schüler/innen ausgewählt werden.

Inhaltlich könnten eine Reihe von Aspekten aufgearbeitet werden, z.B.

Die Arbeitsergebnisse, z.B. aus einer arbeitsteiligen oder interdisziplinären Herangehensweise, werden über e-mail bzw. ein vorbereitendes Wochenendtreffen ausgetauscht.

Die Produktion und der Austausch von Videofilmen über die eigene Schule zur Vorstellung gegenüber dem afrikanischen Partner, aber auch untereinander erscheint darüberhinaus zweckmäßig.

Erkundungsreise und Begegnung:
Die Begegnung mit Schülern, Lehrern Eltern der Partnerschule in der Nähe Moshis am Fuße des Kilimandscharo, kann uns - mehr noch als die Erkundung des Landes - Eindrücke über Kultur und Gesellschaft vermitteln und unser Bewußtsein schärfen helfen, daß wir in einer Welt leben, in der wir Europäer eine privilegierte Rolle spielen und die wir mit weniger Privilegierten dieser Erde gemeinsam gestalten müssen. Gerade die persönliche Begegnung kann zur Vertiefung der Partnerschaft beitragen.

Teil der persönlichen Begegnung sind auch die gemeinsamen touristischen Unternehmungen, zu denen wir unsere tansanischen Gastgeber einladen. Für sie ist es meistens die erste Gelegenheit, die Naturschönheiten ihres eigenen Landes kennenzulernen. Für uns wäre es eine vergebene Chance, diese Einzigartige Gelegenheit zum Einblick in die Natur- und Menschheitsgeschichte, organisiert als gemeinsames Nord-Süd-Erlebnis (an den Hängen des Kilimandscharos und in den Naturparks fungieren die Tansanier sonst meist als Bediensteten der Europäer usw.) nicht zu nutzen.

Der gemeinsame Besuch von Schülern, Lehrern, Eltern in Tansania und in den Gastfamilien unserer Partnerschule wird zur Festigung der Schulpartnerschaft und zur weiteren Unterstützung der Selbsthilfeschule beitragen. Er ist auch eine Form der Begegnung, welche die gesamte Schulgemeinde einbezieht und damit den afrikanischen Partnern unsere Verbundenheit besonders dokumentiert.

Verantwortlicher:
Herr S. Seyler, Gladenbach

Zeittafel:


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Europaschule Gladenbach / eurogla@gmx.de