Kisomachi Secondary School ist eine nichtstaatliche Selbsthilfeschule, die seit 10 Jahren von (armen) Kaffeebauern der Kilimandscharo-Region aufgebaut und zur Zeit als koedukative Tagesschule für 400 Schülerinnen und Schüler (60% Mädchen) bis zur Klasse 11 betrieben wird. Sekundarstufenschulen in Tansania sind überwiegend nichtstaatliche Selbsthilfeeinrichtungen, die aus dem Schulgeld der Eltern, der Selbsthilfe (z.B. beim Bau von Schulgebäuden) und aus Spenden finanziert werden. (Tansania kann den Bedarf an Sekundarstufenschulen nicht decken). Träger der Schule ist ein im wesentlichen aus Eltern- und Kommunalvertretern zusammengesetzter "School Board", der zusammen mit der Schulleitung die Schule verwaltet.
Seit April 1994 unterstützt die Europaschule ihre Partnerschule in einem gemeinsamen Projekt, das den Bau von 4 Lehrerwohnungen umfaßt und zu dem wir Hilfe zur Selbsthilfe in finanzieller Form aus Spenden der Schulgemeinde, aber auch öffentlichen Mitteln leisten.
Für 1995/96 ist ein weiteres Entwicklungsprojekt Bau von Schlafplätzen etc. vorgesehen, für das bereits eifrig Spenden gesammelt werden, z.B. durch Klassenbasare. Über diesen Aspekt der Hilfe zur Selbsthilfe hinaus gibt es zwischen einzelnen Schülerinnen und Schülern Briefpartnerschaften. Ferner sind in Zukunft auch gemeinsame Unterrichtsvorhabengeplant, z.B. ein geographisch-wetterkundliches Vorhaben, das über die jeweiligen geographischen und klimatischen Bedingungen in Hessen und in Tansania informiert.
Am Beispiel Tansanias kann exemplarisch ein Einblick in die vielfältige Realität und Kultur afrikanischer Länder gewonnen werden. Kennenlernen wirtschaftlicher, sozialer, politischer und kultureller Verhältnisse - auch als Ergebnis der Geschichte der Beziehungen zwischen Nord und Süd - sind Voraussetzungen für Verstehen und Zusammenleben in unserer Welt.
Inhaltlich könnten eine Reihe von Aspekten aufgearbeitet werden, z.B.
Die Produktion und der Austausch von Videofilmen über die eigene Schule zur Vorstellung gegenüber dem afrikanischen Partner, aber auch untereinander erscheint darüberhinaus zweckmäßig.
Teil der persönlichen Begegnung sind auch die gemeinsamen touristischen Unternehmungen, zu denen wir unsere tansanischen Gastgeber einladen. Für sie ist es meistens die erste Gelegenheit, die Naturschönheiten ihres eigenen Landes kennenzulernen. Für uns wäre es eine vergebene Chance, diese Einzigartige Gelegenheit zum Einblick in die Natur- und Menschheitsgeschichte, organisiert als gemeinsames Nord-Süd-Erlebnis (an den Hängen des Kilimandscharos und in den Naturparks fungieren die Tansanier sonst meist als Bediensteten der Europäer usw.) nicht zu nutzen.
Der gemeinsame Besuch von Schülern, Lehrern, Eltern in Tansania und in den Gastfamilien unserer Partnerschule wird zur Festigung der Schulpartnerschaft und zur weiteren Unterstützung der Selbsthilfeschule beitragen. Er ist auch eine Form der Begegnung, welche die gesamte Schulgemeinde einbezieht und damit den afrikanischen Partnern unsere Verbundenheit besonders dokumentiert.