Projektbericht 2019

25 JAHRE ENTWICKLUNGSPARTNERSCHAFT mit der KISOMACHI SECONDARY SCHOOL in TANSANIA

Bausteine für Kisomachi

Unter diesem Titel begann 1994 unser Entwicklungshilfeprojekt, initiiert vom Förderverein der Freiherr-vom-Stein-Schule. Damit sollte unserer Partnerschule in Nordtansania, der Kisomachi Secondary School, beim Aufbau geholfen werden. Genauer gesagt, handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Schulen, in dem wir vor allem finanzielle Mittel und unsere afrikanischen Partner Arbeitskraft und viel Organisationstalent einbringen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Grundschulen (bis zur Klasse 7) sind in Tansania als staatliche Institutionen verhältnismäßig gut ausgebaut und sichern eine allgemeine Grundbildung. Weiterführende Schulen, deren Abschluss auch zum Universitätsstudium berechtigt, sind demgegenüber überwiegend nichtstaatliche Selbsthilfeeinrichtungen, die aus dem Schulgeld der Eltern, der Selbsthilfe (z.B. beim Bau von Schulgebäuden) und aus Spenden finanziert werden.
image1Das gilt auch für die Kisomachi Secondary School unter der formalen Trägerschaft des katholischen Bistums Moshi. Tatsächlicher Träger ist ein im wesentlichen aus Eltern- und Kommunalvertretern zusammengesetzter "Schoolboard", der zusammen mit der Schulleitung die Schule verwaltet.
Durch vielfache Eigenleistungen der Bauern mehrerer Dörfer entstanden zuerst Klassenräume einer Tagesschule. Auch im weiteren Umkreis der Schule wuchs das Interesse an einem Zugang zu einer höheren Bildung für die Kinder, die Entwicklung zu einer Internatsschule wurde auch dank unserer Unterstützung möglich. Die steigende Schülerzahl erfordert auch in Zukunft den Ausbau von Unterkünften, Speisesaal, Wasser- und Stromversorgung.
image2Mit der Unterstützung beim Bau von Maismühle, Ställen für Kleinvieh, einer Bananenplantage und zuletzt einer Solaranlage fördern wir die Möglichkeiten der Selbstversorgung und damit Kosteneinsparung im Schulbetrieb.
Wir sehen unsere Unterstützung für die Schule in Kisomachi vor allem als eine Hilfe zur Selbsthilfe für Menschen, die in bewunderungswürdiger Weise ihr Schicksal ohne die Unterstützung des Staates oder finanzkräftiger Institutionen selbst in die Hand nehmen und für die Zukunft ihrer Kinder zu sorgen versuchen. Es ist auch eine Hilfe, die nicht in den Händen einer korrupten Staatsbürokratie versickert oder durch umfangreiche Verwaltungskosten aufgezehrt wird.
image3Alle Projekte werden vielmehr von den Partnern diskutiert und abgewogen, ihre Kostenkalkulation und –abrechnung offengelegt. Jedermann kann sich jederzeit ein Bild von der Verwendung der Mittel bzw. dem Baufortschritt machen. Es sind echte Gemeinschaftsvorhaben, wobei – das sei auch erwähnt – der schwierigere Part von unseren afrikanischen Freunden zu leisten ist. Wir freuen uns, dass wir dabei seit einigen Jahren vom Verein PROBONO aus Frankfurt als drittem Kooperationspartner unterstützt werden. 

Bilanz der Entwicklungsprojekte

Von 1993 bis 2018 konnten wir gemeinsam mit der Partnerschule Projekte im Umfang von rund 297.000 € umsetzen. Davon kamen 113.000 € von unserer Schulgemeinde – den größten Teil dieser Summe „erlaufen“ Schülerinnen und Schüler alle zwei Jahre beim image5
traditionellen Sponsorlauf. 42.000 € stammen von der Partnerschule selbst und 134.000 € vom Land Hessen, das sich bis 2014 an den Projekten beteiligte. Unser jetziger Kooperationspartner PROBONO hat sich bisher mit 8.000 € beteiligt.
image4In diesen 25 Jahren wurde an der Partnerschule neu gebaut, renoviert, ausgestattet oder eingerichtet: Lehrerwohnhäuser, Klassenräume, Schlafhäuser für Jungen und Mädchen, Kindergarten in Kooperation mit der image7katholischen Kirche, sanitäre Anlagen, Speise- und Versammlungsraum, Innenausbau und Ausstattung der Bücherei und des naturwissenschaftlichen Fachtraktes, Hühner- und Schweinestall, Inkubator für Hühnereier, Mais-Schälmaschine und Maismühle, Medikamente. Das letzte Projekt in 2018 war die Solarausrüstung für Schlafsäle, Verwaltung und einige Klassenräume. (Details zu den ersten 20 Jahren der Partnerschaft finden Sie im Projektbericht 2014).

SCHULGELD für KISOMACHI

image6Seit 1996 gibt es die Aktion „Schulgeld für Kisomachi“. Sie entstand auf Grund der Erfahrungen während einer Schüler-Eltern-Lehrer-Fahrt nach Tansania und hat sich zu einem festen Bestandteil des Schullebens entwickelt. Viele Familien brauchen dringend eine Unterstützung, um den Schulbesuch überhaupt finanzieren zu können. Das jährliche Schulgeld betrug im Jahr 2018 für Internats-Schüler/innen immerhin 680 €. Die ausschließlich zweckgebundenen Spenden werden vom Förderverein unserer Schule verwaltet und stammen aus Aktionen von Klassen oder Schülergruppen (z.B. Kuchenverkauf an den Elternsprechtagen) und von Einzelpersonen. Pro Jahr werden inzwischen 3.500 € Schulgeld übergeben. Seit 1996 konnten so 254 Schülerinnen und Schüler Zuschüsse zum Schulgeld oder zur Internat-Unterbringung erhalten. Die Kisomachi Secondary School verfolgt den weiteren Werdegang der geförderten Schüler/innen und berichtet uns davon regelmäßig.

Spendenkonto:
Förderverein der Freiherr-vom-Stein-Schule Gladenbach
VR-Bank Biedenkopf-Gladenbach
IBAN: DE22 517 624 34 009 08 370 01
„Schulgeld für Tanzania“